Löwenzahn

Taraxacum officinale

Ich mal die Wiesen gelb an,
und heiße Löwenzahn.
Ich reinige Dich sehr
Bring Kraft zu Dir her.

* * * * * *

Mich kennt jedes Kind,
ich eile geschwind,
wenn Du mich mit Wind
verbläst. Meine Samen sind
schnell wie der Wind,
verteilt über Wiesen
überall will ich sprießen.
Ich verrate Dir hier,
was Du lernst von mir:
Ich verwandle zu viel Dünger,
auch Menschen werden jünger,
indem sie entgiften
von all zu viel Lüsten:
Beim Trinken und Essen,
da hab’ n wir vergessen
das Bittre zu nützen!
Es hilft uns beschützen
Leber, Milz und Galle,
Niere, Blase und alle.
Es bringt die Verdauung
wieder in Ordnung.
So wirk ich belebend,
wie meine Samen erhebend
Das Blut wird gereinigt,
wenn Du bist gepeinigt
von Zuckerkrankheit.
So sei Du bereit
und nimm Wurzelsaft,
er gibt Dir die Kraft,
Dein Schicksal zu wenden.
Es liegt in Deinen Händen!

Beinwell

Symphitum officinalis

Kratzige Blätter, dickes, festes Kraut
ist Deine Erscheinung, wenn man Dich schaut
zartlila Glöckchen, zur Erde gewandt
bist unter Heilern sehr wohl bekannt.

Du trägst die Kraft der Erde in Dir
und heilst die Knochen von Mensch und Tier
ob bei Verstauchung, überdehnten Bändern
mithilfe der Kieselsäure kannst Du es ändern!

Du fügst zusammen, was zusammen gehört,
grad‘ wenn das Feste, die Strukturen zerstört
Formen und Festigen ist Dein Bestreben
bei Haut und Knochen und allen Geweben

Doch zeitgleich löst Du Schwellung‘ bei Wunden,
kühlst Sehnen, Gelenke, wenn sie sind entzunden,
reinigst Wunden, Geschwüre mit Allantoin,
heilst alte Narben, wie kriegst Du das hin?

Verbinden und Lösen zur gleichen Zeit,
wundersames Kraut, Du stehst hier bereit
für all unsere Wunden, die wir uns zufügen,
die Kraft Deiner Wurzel soll uns genügen.

Ich danke Dir sehr für das, was Du schenkst
und dass Du stets zum Ganzsein uns lenkst.

Gänseblümchen

(bellis perennis)

Gänseblümchen, Tausendschön
willst in meinem Garten stehen
schenkst uns Deine Schönheit
gibst uns neue Kraft.

Du kleine Sonne
für Kinder schon Wonne
Du tust uns gut,
reinigst das Blut,
Stoffwechsel und Appetit
machen endlich wieder mit.
Du machst es warm,
stärkst Magen und Darm
und hilfst uns auch,
wenn’s Frau zieht im Bauch
zu ihrer Mondenzeit.
Stehst überall bereit
für neue Schritte,
bringst uns in die Mitte,
auch nach dem Gebären,
hilfst uns abzuwehren
und schenkst neue Kraft,
wenn wir sind geschafft.
Du stärkst das Herz
und linderst den Schmerz
bei Ergüssen und Wunden,
wenn die Haut ist entzunden.
Du hälst uns jung
wirkst gegen Erkältung.
Sind wir umgezogen,
glättest Du unsere Wogen,
hilfst in jedem Falle,
wir lieben dich alle!

Brennessel

Urtica dioica, Urtica urens

Dich kennt jedes Kind
Wenn ich Dich find
und Du brennst meine Haut,
dann schreie ich laut.

„Ich brenne wie Zunder
schmeiß raus alten Plunder
entfach Feuer in Dir
und empfehle Dir hier,
für eine Kur
nimm meinen Saft pur,
nimm Wasser dazu
das putzt dich im Nu.
Jetzt kannst Du verstehn,
alles Gift muss nun gehen,
wenn Du bist gepeinigt,
wird Dein Körper gereinigt.
Dies schadet auch nicht
Bei Rheuma und Gicht.“

Stehst bei Jauche und Gülle,
wo`s voll ist von Mülle,
wo die Erde in Not,
bringst Du sie ins Lot.

„Ich bring neues Eisen,
dann kannst Du beweisen
was Du bist Dir wert.
Jetzt ziehe Dein Schwert
um Dich zu wehren,
Dein Leben zu klären.
Vom Mars kommt meine Kraft
die Neues Dir erschafft“

Melisse

(Melissa officinalis)

Wenn Deine Nerven liegen blank,
alles stresst Dich, macht Dich krank,
jeder hat noch kurz paar Fragen
und tut über alles klagen,
Du musst selbst soviel noch tun,
keine Zeit Dich auszuruhen,
dann nimm einen Bund Melissen,
der wirkt wie ein Ruhekissen
nimm diesen Tee als Medizin
und setz Dich einfach mal ruhig hin.
Genieße ihren frischen Duft
und hol erst einmal richtig Luft.
Dann fällt alles von Dir ab…

Wenn Du kein Schlaf find‘st, keine Ruh,
Melisse schließt die Äuglein zu.
Und press ich Saft am frühen Morgen,
wird er mich gut mit Kraft versorgen,
macht Laune für den ganzen Tag,
das ist der Grund, dass ich sie mag.

Sie hilft bei allen Krankheitsarten
drum stand sie auch in jedem Garten
der alten Klöster, vor langer Zeit
machte sich bald im Lande breit.

Tu es jetzt!

Geh’ einfach los
lass Dich nass regnen
spreche mit den Vögeln
höre dem Wind zu
und Deinem Herzen.
Frag was es will
und lausche.
Lass den Verstand zuhause
oder schicke ihn ins Kino
wenn er zu viel plappert.
Begrabe Deine schlechten Erinnerungen
und bedanke Dich bei der Erde.
Lass Dich von der Sonne braten
zieh Dich nackt aus
und springe in den nächsten Bach.
Sei stolz wie eine Rose,
nicht bescheiden, sittsam und rein
Nein, lebe wild und gefährlich!
Gehorche nicht,
denn sonst findest Du nicht
zu Deinem inneren Schatz.
Sei anmaßend und verwegen,
ja, verwegen!
Besuche eine Jugendliebe
ohne Ankündigung.
Halte die Zeit an
pflücke sie von gelben Blüten
lass Dich im Fluss treiben
tu es jetzt!

Michaela Fischer, Juli 2010

Morgendliches Gespräch mit einem Wandelröschen

Wandelröschen, Wandelröschen,
wo wandelst Du?
Du wandelst immerfort
und bleibst doch an einem Ort.
Ich schaue Dir zu.
Ich fühle dasselbe in mir
ich wandle oft fort und bleib dennoch hier,
nur die Sehnsucht, die Sehnsucht,
die zieht so in mir.

Wandelröschen, Wandelröschen,
was wandelst Du?
Sind`s Deine Blätter, die Farben, Dein Blütenkleid?
Oder bist` gar beteiligt am Wandel der Zeit?
Es lässt mir keine Ruh!
Die Welt, unser Tun,
s` is alles so verrückt,
ich möcht`s gern verwandeln,
dass unser Leben besser glückt!
Aber wie, aber wie?
Ich höre Dir zu:
Wandelröschen, Wandelröschen,
vielleicht weißt es ja Du…

30. Juni 2013

Des Nachtens im Eibenwald

Oh Dunkelheit umhülle mich,
ich fürcht’ mich nicht vor Dir.
Was Angst mir macht, ob Tag ob Nacht,
ist Finsternis in mir.

Ich seh’ sie dort in diesem Baum
so fremd und doch vertraut
soll ich nun bleiben oder flieh’n?
Es klopft mein Herz, oh wie’s mir graut.

So geh’ ich zu der Eibenfrau
sie zieht mich in die Tiefen,
nun endlich bin ich angelangt,
dort, wo die Geister nach mir riefen.

Mit Schreck öffne ich ein Aug’
Ach, Großeltern, das seid ja Ihr!
die Angst zerfällt wie welkes Laub,
ich fühl, Ihr meint es wohl mit mir!

Mit leichtem Herz tret ich heraus,
vorbei das Zweifeln, Irren, Ach,
jetzt bin ich überall zuhaus,
in Silbermilch glänzet der Bach.

1. November 2011

Kraft Deiner Seele

Lass alles fahren
was Dir auf der Seele lastet
was dunkel Dir und schwer erscheint
Lang bist Du nun
durchs Leben schon gehastet
die alten Kräfte werden neu vereint

Nun heb` Dich leicht
wie ein kleiner Vogel
aus dem heraus
was nicht mehr Deines ist
Die wahre Kraft aus Deiner Seele
ward lang gehütet von den’ die vor Dir gingen
überstand Verluste, Grausamkeiten, Tod
und wartet um in Dir nun zu erwachen.

So nimm Dir Raum
um es jetzt zu er“ahnen“
um tief zu träumen
auf dass es zu Dir kommen mag
vertrau darauf und lass Dich führen
von dem, was Du als Wahrheit fühlst.

Drum nimm Dir Zeit,
Dich selber zu erkennen
Du bist in Gott
und Gott ist auch in Dir
oft schwer, was ist
auch zu benennen
und immer wieder
können wirs nicht spür’n

Dann komm und leg
Dein müdes Haupt darnieder
In Gottes Schoß
darfst Du doch allweil ruhn
Du kannst Dich ganz ihm anvertrauen
Lass all das Kämpfen, Schaffen, Tun!

Die Macht des Geldes
ist schon bald vergessen
Lass Dich von ihm
nun nicht mehr tyrannein
wir sind es selbst,
die Macht ihm noch beimessen
und auch nur wir
können uns daraus befrei`n

Indem wir wandeln
den Blick auf unsere Gaben
anstatt auf jenes
was wir scheints brauchen
und nicht haben
hier liegt der Schlüssel
zum Zauberwort begraben
da wir nicht sehen,
dass wir schon alles haben.

Michaela, 4. und 21. Jänner 2015