Kamille

Marticaria chamomilla

Wir sind die Kamillen
wir wachsen, um zu stillen
das Weh, den Schmerz im Laib,
bei Kindern, Mann und Weib

Wir sind die Kamillen
und haben den Willen
an Feldrand und Garten
auf jeden zu warten,
der hat große Schmerzen
im Bauch unterm Herzen.
Wir sind innen hohl
und zeigen hier wohl
wofür es uns gibt:
jede Mutter* uns liebt.
Wenn Popos sind wund,
Zähnchen schmerzen im Mund,
du kannst nicht mehr denken
vor Kopfschmerz, wir schenken
allen Ruhe und Schlaf,
machen Kinderlein brav.
Plagt Schnupfen dich sehr,
so nimm einfach her
heiß Wasser und Blüten,
so kannst du`s verhüten.
Atme ein den Dampf,
wir lindern den Krampf,
geben dir zu hoffen,
die Nase wird offen
und bald wieder frei,
schon rufst du „juchei“.
So bring`n wir zurück
auch Dein Lebensglück!

*heißt auch Gebärmutter

Schöllkraut

Chelidonium majus

da kommt des Schöllkraut daher
sagt: “des is jo goa net schwer,
mit meinem gelben Saft
schenk ich Euch Zauberkraft!“

Ich lass Warzen verschwinden
und Augenlicht finden,
die Leber wird kräftig,
die Milz wieder mächtig.
Ich ätze wie Galle
und heile sie alle.

Strahl gold wie die Sonne,
schenk Kraft Euch und Wonne,
lieb Mauern und Zäune,
sonn` mich an der Scheune.
An Burgen, den alten,
da bleib ich erhalten.

Suchst Du mich im Walde,
so komm morgens balde,
frag Fee Celandine
wie ich Dir gern diene.

Doch bitte hab Vorsicht,
zu viel von mir geht nicht,
dann wird es Dir giftig,
doch sonst is ois richtig.

Farn

Dryopteris filix-mas

Ich komme aus uralten Zeiten
und tu Dich schon lange begleiten.
die Elfen tanzen bei mir,
durch sie sprech ich zu Dir:

Ich bin der Farn
ich spinne das Garn
für Deine Vision
wusstest du schon
Du kannst mich alles fragen
und zu mir tragen
Dein Herzeleid
und Liebesfreud.
Ich schenk Dir ein Ohr
und öffne das Tor
zur anderen Welt
die bereit hält
das magische Wissen,
das wir vermissen
in unserer Zeit
Drum sei Du bereit
es jetzt zu empfangen.
Es war gegangen
schon vor sehr langem.

So hört, Frau und Mann:
es ist jetzt dran
Euch zu ermächtigen
und zu berechtigen
zu schließen den Frieden!
Es ist Euch beschieden
die Werte zu wandeln,
Ihr solltet jetzt handeln:
die Menschen erwecken
aus diesem Schrecken.
Öffnet Euer Herz,
geht durch den Schmerz,
denn dort liegt gefangen
Eure Kraft schon seit langem.
Schenkt Euch Vertrauen
Ihr werdet noch schauen,
was Ihr alles erreicht,
es geht doch ganz leicht!
Ihr braucht etwas Mut,
der tut Euch so gut,
sprecht aus, was Ihr denkt,
Der Himmel Euch schenkt
all Eure Liebe zurück
und Ihr findet das Glück!

Tollkirsche

Atropa belladonna

Ich komm aus dem Schattenreich,
Du find`st mich nicht sogleich.
Das Gift meiner Beeren enthält
den Flug in die Anderswelt.
Doch nur mit Macht und Glück,
kommst Du auch wieder zurück!

Du kannst uns rufen,
um Visionen zu suchen.
wir sind die Botin
der dreifachen Göttin
Hekate geweiht.
Im violetten Kleid
unserer Blüten
müssen wir hüten
die heilige Drei
für Zauberei
steckt in unsrer Rute
zu schützen das Gute.
Mit den schwarzen Beeren
können wir Dich lehren,
in unserem Glanz
beginnt nun der Tanz,
sie machen Dich toll,
wenn die Mondin ist voll.
Die Hexen mich lieben,
mit mir könn` sie fliegen.
Die geheime Mixtur,
brauchten sie nur,
um mit Besen zu schweben
in ein andres Leben.

Doch Vorsicht, das Gift,
kann Dir geben ein` Lift
gar in den Tod!
In letzter Not
nahmen mich weise Frauen
zu entkommen dem Grauen
der Inquisition!
Weißt Du das schon?
Das ist sehr lang her,
doch es wiegt noch schwer:
ohne dass wir es wissen
tun wir heut noch vermissen
die Furchtlosigkeit,
spür`n die Angst dieser Zeit,
uns nach außen zu zeigen
und zu brechen das Schweigen.

Jetzt ist die Zeit
Die unsre Kraft befreit
Die Schatten und Licht vereint
So öffnet sich alles Sein
Schattenfrau öffne die Tür
Deine Schätze kommen herfür

Now ist the time
to let all free
Our unreleased feelings
and sexuality
Your darkness is full of light
Let your soul shine bright
//:Now ist he time
let your soul shine bright://

Frauenmantel

Alchemilla vulgaris

Alchemilla, Frauenkraut
altes Wissen, mir vertraut
Du hast die Kraft von guten Geistern,
hilfst uns, das Leben hier zu meistern.
Hast Alchemie in Dir als Pflanze,
versteh`n kann`s nur, wer sieht das Ganze

Wie zauberst Du bloß
in Deinen Schoß
die Perle aus Tau?
Du schenkst jeder Frau
Schönheit und Kraft,
wenn sie Leben erschafft!

Auch manchen Mann
zogst Du in den Bann.
Schon die Alchemisten,
die sehr viel wussten
über den Stein der Weisen
mussten Dich lobpreisen.*
Die heilige Sieben
steht oft geschrieben
auf Deinem Blatt,
nur gut, wer es hat!

Du bist für uns Frauen,
hilfst unsere „Mutter“ aufbauen,
bei Regelkrämpfen
hilfst` Schmerzen zu dämpfen
gibst Kraft zum Endspurt
bei jeder Geburt!
Du hüllst die Seele ein
nach langen Leidereien,
schützt gar vor Viren,
kannst Zellen reparieren,
beugst Krebs sogar vor,
Du öffnest das Tor
zur heilen Weiblichkeit,
stehst ganz für uns bereit.
Wir danken Dir….

*die Alchemisten versuchten mit dem Tau
des Frauenmantels den „Stein der Weisen“
herzustellen, ein Mittel, das alle Krankheiten
heilen und aus unedlen Metallen Gold herstellen
können sollte.

Große Klette

 

(Arctium lappa Bardana)

Hey Du, große Klette,
Du bist eine Nette,
auch wenn man`s nicht sieht,
jeder denkt nur „die piekt
und hängt sich wo dran!“

„Hört zu, was ich kann,
Ich kann mich verbreiten,
viele Grenzen überschreiten
und Euch vorbereiten
auf bessere Zeiten“

Hey, zottiger Bär,
komm doch mal her
und lass Dich betrachten,
Deine Gaben beachten:

„Purpur, meine Blüten,
ich kann Euch behüten,
reg manches Organ,
Leber, Galle, Blase an.“

Deine Wurzeln sind tief,
die Kraft, die ich rief
reinigt uns von Schlacken
(auch unsere Macken?)
Was der Körper nicht los wird
Und dann ziemlich groß wird
als Ekzem auf der Haut,
bist ein klärendes Kraut.
Drei mal am Tag,
Tee oder Pulver ich mag.

„Heil so Wunden, Geschwüre
und öffne die Türe
zu neuer Energie,
mach Euch stark wie nie.“

Aus den Wurzeln gepresst,
soviel steht fest,
Dein Öl kräftigt Haar,
macht es wunderbar!
Du stehst an Zäunen und am Mist
jetzt weiß ich, wer Du bist!

Wilde Karde

Dipsacus fullonum

Ich bin die wilde Karde,
ich bin etwas für Zarte,
mit meinem Stachelkleid
lehr ich Wehrhaftigkeit

* * * * *

Wenn Dich beißen die Zecken
und Du merkst mit Schrecken
das ging in die Hose,
Du hast Borreliose,
so hör von den Elfen,
wie ich kann Dir helfen:
Du musst jetzt beginnen
die Stacheln nach innen
nun nicht mehr zu wenden
und somit beenden
den seelischen Schmerz,
den gegen Dein Herz
Du hattest gerichtet
und somit vernichtet
Deine innere Kraft.
Nun werde wehrhaft
gegen Dinge und Menschen,
die über die Grenzen
von dir hinweggehen.
Du konn’st es nicht sehen.
Die Stacheln Dich lehren,
Dich nach außen zu wehren,
zu schützen das Zarte,
so sprech ich, die Karde.

Gundermann

Glechoma hederacea

Ich bin der Gundermann
jetzt komm ich endlich dran,
Ihr wisst nicht, was ich kann,
hört mich doch einmal an.

*********

Den Germanen bekannt,
zog ich schon durchs Land.
Ich schütze Dein Haus,
mach allem Garaus,
was Dir könnte schaden,
heile Bisse und Narben,
schlimm eitrige Wunden
geb ich Kraft zu gesunden.
(Bin für die Nierengegend
und die Blase anregend.)

Ich ziehe zusammen,
kann Schmerzen verbannen,
wenn`s Dir wird schon bange,
weil`s dauert zu lange
beim Eitern und Siechen.
Mein Stengel will kriechen,
als Kranzkraut bekannt,
Gundelrebe genannt,
tat man mich winden
um sich zu verbinden
mit der Kraft der Natur,
die im Frühling nur
lässt alles grün werden:
alle Pflanzen auf Erden.

Für Gründonnerstag
geb ich Dir einen Rat:
mach Dir da die Mühe
und koch eine Brühe
aus neunerlei Kräutern.
Sie können Dich läutern,
das Dunkle überwinden
und Dich verbinden
mit Kräften, die sorgen
für Dich auch noch morgen
und das ganze Jahr.
Jetzt wird es auch klar,
warum ich hier reime:
„Ach, Du grüne Neune.“

Wegerich

Plantago lanceolata
Plantago major

Oh, Du, Wegerich bist spitze!
Du wächst in jeder Ritze,
Du wandelst auf Wegen der Zeit
und stehst allzeit bereit.

* * * * * * *

Du heißt „Herrscher der Wege“
und begleitest uns rege,
ohne dass wir Dich sehen,
über Dich hinweggehen.
Dabei bist Du so mächtig,
unglaublich heilkräftig,
denn in Deinem Saft
steckt antibiotische Kraft.
Du hemmst die Entzündung,
heilst jede Verwundung,
Brandblase und Stich,
das tust Du für mich!
Du willst mich beschützen,
wie kann ich Dich nützen?

„Nimm der Blätter drei
führ`einen Knoten herbei,
reib diesen in` Händen
lass es dabei bewenden,
wenn tropft der Saft
der dies alles schafft.“

Bei Alten und Jungen
stärkst Du die Lungen,
wenn ich kann nicht mehr pusten,
bei Asthma und Husten,
bist für alle Leute,
schützt ihre Schleimhäute.

Breitwegerich, Du,
Dich tritt jeder Schuh,
Fahrrad oder Wagen,
Dir kann keiner schaden.
Auf unseren Wegen
schenkst Du großen Segen:
wenn ich lauf über Maßen,
kühlst Du meine Blasen,
sind die Füße schon wund,
machst Du sie gesund.
Alles Leid wird verhallen,
denn Du widerstehst allen!

Den Seelen der Ahnen
tust ihren Weg bahnen,
Du zeigst, wo sie gehen,
so können wir sie sehen.

Mit Samen in` Sohlen
taten wir rüberholen
Dich nach Amerika,
jetzt wächst Du sogar da.
Heißt bei Indianern nur
„des weißen Mannes Spur“.

Schlüsselblume

(Primula veris)

Du schließt den Himmel auf,
Du schließt den Himmel auf,
Du schließt den Himmel auf,
Du schließt den Himmel aaaaauuuuuuuf…

Hab den Winter verbannt,
bring den Frühling ins Land.
Mein zarter Duft
erfüllt die Luft,
berührt er Dein Herz,
so endet der Schmerz,
auch Leid und Trauer
von langer Dauer!
Der Winter war hart,
ich mache Dich zart.

Du schließt den Himmel auf,
Du schließt den Himmel auf,
Du schließt den Himmel auf……

Vorbei Not und Sorgen.
Die Angst vor dem Morgen
darfst hinter dir lassen,
jetzt kannst wieder spaßen!
Bin erqickend und labend,
beruhigend am Abend,
schenk Dir gute Träume,
öffne schöne Räume.

Tut Dein Kopf Dir weh,
so trink meinen Tee.
Er schadet auch nicht,
bei Rheuma und Gicht.
Ich helf Groß und Klein,
fang`Dein`Schnupfen ein.
Ist Dein Herz sehr schwach,
trink mich jeden Tach:
Freude und Gelassenheit
bringe ich für lange Zeit, für lange Zeit, für lange Zeit….